Auch in diesem Jahr war die MANOS bei der finalen Runde der IChO vertreten. Vom 17.05. bis 23.05.2026 nahm Lennox Pfeifer (Kl. 12) in Kiel an der 4. Wettbewerbsrunde teil.
Dabei ging es für die Teilnehmenden nach der Anreise am Sonntag direkt mit der Theorieklausur am Montag los. In dieser fünfstündigen Prüfung gab es umfangreiche Aufgaben zu vielen Bereichen der Chemie. Die Aufgaben reichten von photochemischen Prozessen über die Kinetik der Methanisierung von CO₂ durch Archaeen bis hin zu biochemischen Mechanismen. Darüber hinaus wurden komplexe organische Syntheserouten thematisiert, etwa der Einsatz von Übergangsmetallkatalysatoren in Kombination mit Photochemie oder die Totalsynthese von Erythronoid A. Auch moderne Materialchemie spielte eine Rolle, beispielsweise in Form von Aufgaben zu Gerüstverbindungen (MOFs), die strukturelle und funktionelle Aspekte dieser Materialien beleuchteten.
Nach dieser äußerst anspruchsvollen Klausur erhielten die Teilnehmer eine Einführung in die Symmetrie von Molekülen durch einen Vortrag von Prof. Näther, der anhand von Beispielmolekülen das Bestimmen von Punktgruppen den Teilnehmenden vermittelte.
Am Dienstag und Mittwoch übten die Teilnehmer fleißig ihre praktischen Fähigkeiten im Labor, wobei besonders das Anfertigen von Dünnschichtchromatographien sowie die Bestimmung von Probenkonzentrationen mittels Titration im Vordergrund standen. Dabei konnten die Teilnehmenden ihre analytischen Fertigkeiten vertiefen und verschiedene Arbeitstechniken unter Laborbedingungen anwenden. Für einen farblichen Höhepunkt sorgte anschließend die Synthese von Tetraphenylporphyrin, die anspruchsvolle Schritte und Syntheseaufbauten erforderte.
Im Anschluss an die Laborarbeit am Donnerstag lernten die Schüler etwas zur Auswertung von NMR‑Spektren mit der Software MestReNova und besuchten anschließend das Institut für Materialwissenschaften in Kiel. Dort erhielten sie einen Einblick in den Studiengang Materialwissenschaften und in die Labore der Fakultät.
Am Freitag stellte die fünfstündige Praxisklausur die letzte Herausforderung für die Teilnehmer dar, wobei vor allem die Bestimmung von Ionen, die Synthese einer instabilen Mangan(III)-Spezies sowie die chemische Analyse des Kieler Wassers eine zentrale Rolle spielten.
Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen standen am Samstag schon die Siegerehrung und die Abreise an. Die Deutsche Bahn sorgte mit ihren Verspätungen dafür, dass die Woche für einige Teilnehmer noch ein wenig länger wurde.
Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die mich während meiner langjährigen Teilnahme an den Chemiewettbewerben unterstützt haben – insbesondere den Fachlehrern, dem Förderverein Chemieolympiade, dem IPN sowie allen Mitteilnehmern für Austausch, Vorbereitung und eine unvergessliche Zeit.
Die Aufgaben der ersten Runde der IChO 2027 sind online unter www.scienceolympiaden.de/icho verfügbar, und bis September bleibt noch genügend Zeit, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Viel Erfolg allen, die sich der Herausforderung stellen und ihre Lösungen beim Fachlehrer einreichen!
Autor: L. Pfeifer