Der Mensch braucht etwas, was zwischen körperlicher und geistiger Arbeit liegt, einen Tummelplatz für Seele und Gemüt.

Und dies versprach auch am 11.06.2026 unser diesjähriger 
Musikalisch-Literarischer Abend.
Unsere Moderatoren, Emily (8a), Gregor und Alexander (beide 10a), 
stöberten in „Unserem alten Archiv“, Motto des Programms, 
und fanden Erstaunliches:


Thorvid (6a) verschaffte uns mit seinem selbst geschriebenen Gedicht einen Überblick, was uns wohl erwarten könnte, und findet Hagen (8a) mit seinem Akkordeon und das Trio Tosca (6b), Sofie und Katharina (beide 7a) mit Klavier und Gesang.


In so einem alten Archiv dürfen auch die Klassiker nicht fehlen, aber durch Kreativität konnte den Originalen von Goethe etwas Staub heruntergepustet werden, und zwar durch Milans (8c) „Osterspaziergang“ als Neufassung und einen Filmtrailer zu „Faust“ von Stieg, Elias, Tim, Franz, Mark und Henriette (alle 10c).

In den hinteren Regalen entdeckten unsere Moderatoren noch etwas Mysteriöses: eine Ankündigung für den „Meuchelmördergrund“ am nächsten Tag, am gleichen Ort – vorgestellt von Stieg und Moritz (beide 10c).


Erst kürzlich im Regal des Archivs abgelegt, ließ sich auch sehr Besinnliches finden:


Isabells (10a) „Das Andersding“ – selbstgedichtet und Quentins Rap „Zukunftsangst“ – ebenfalls eine Eigenproduktion.



Musikalisch begeisterten das Publikum: Olivia (6c), Hayley (7c), Florentine (5c) und Caroline (8c); die Girl-Group aus der 6b mit Lilien, Tosca und Esther sowie „To Jupiter and Back“ mit Carlotta und Elsa (beide 10b), Jaromir (10a) und Shota (10b), der mit Friedrich, Jonathan (beide Klasse 11) und Frau Ziesch als Streicher-Quartett dem Publikum einen „Danse Macabre“ vorführte.


Besonderer Dank gilt neben allen Beteiligten dem Technik-Team: Merlin, Mark, Fiete, Erik und Georg sowie unserem Fotograf Christian.


Autorin: Ines Frohs


Thorvid (6a)
Im alten Atelier

Im alten Atelier, wo Staub sich legt,
auf Rahmen, die kein Blick mehr trägt,
steht still die Zeit im fahlen Licht,
das durch zerbrochne Scheiben bricht.

Die Luft ist schwer von Terpentin,
von Farben, längst nicht mehr darin,
auf Paletten, hart und rissig alt,
erzählen sie von Schaffensgewalt.

Ein Pinsel lehnt, vom Leben müde,
als wär’ er Teil der stillen Bühne,
auf der einst Träume Form gewann’n,
und jede Linie atmen kann.

Die Wände flüstern leise noch
von jedem Werk, von jedem Doch —
von Zweifeln, Hoffnung, kühner Hand,
die hier die Welt im Kleinen fand.

Und tritt man ein, ganz sacht und still,
spürt man, was bleiben, wirken will:
Dass Kunst, auch wenn der Künstler geht,
im alten Atelier weiterlebt.

Im alten Atelier, vom Staub umweht,
wo fahles Licht durch Ritzen weht,
verweilt die Zeit in leisem Klang,
ein ferner, längst verklungner Drang.

Die Farben trocknen, blass und matt,
erzählen still, was Leben hat,
von Händen, die mit kühner Sicht
erschufen einst ihr eigenes Licht.

Ein Pinsel ruht, vom Weg gezeichnet,
der jede Spur im Raum erleuchtet,
als hätte er noch Kraft genug,
für einen letzten, zarten Zug.

Und wer hier steht und leise lauscht,
wird von der Stille sanft berauscht,
denn zwischen Schatten, alt und leer,
lebt Kunst im Atem immer mehr.