Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller sind wahrscheinlich jedem aufgrund ihrer vielfältigen Werke bekannt, genauso wie die unmenschlichen Geschehnisse in Konzentrationslagern durch die Nationalsozialisten. Diese beiden Themen scheinen nicht viel miteinander zu tun zu haben, fährt man jedoch 2,5h nach Thüringen, in die Stadt Weimar, so erreicht man den ehemaligen Wohnort der beiden Dichter, sowie die naheliegende Gedenkstätte Buchenwald, ein ehemaliges Konzentrationslager im 2. Weltkrieg. Als Verbindung von Deutsch und Geschichte begaben wir, die 10. Klassen der MANOS, uns also im Rahmen einer zweitägigen Exkursion dorthin, wo wir uns mit genau diesen Seiten und Umfelden Weimars beschäftigten.
Das Goethe Museum – Workshop, Tour und Besichtigung des Hauses

Ein Drittel der Klassenstufe ist am Dienstag dem 08.09.2026 im Goethe Museum zu Besuch gewesen. In fünf Stunden haben wir mehrere größere Themen rund um Goethe und seine Werke behandelt.
Zuerst haben wir in dem Workshop Teile von Goethes berühmtesten Werk “Faust” behandelt. Dabei sollten wir erst eine Szene des berühmten Werkes in die heutige Zeit umschreiben, eine weitere Szene wiederum interpretieren und kreativ in ein Schauspiel oder eine Comic-Zeichnung umwandeln.
Darauf folgte die Führung durch das Museum, wo man aus verschiedensten Bereichen Einblicke in das Leben von Goethe bekam. Zuletzt hatten wir noch einen Rundgang durch das Haus Goethes, wobei man besonders gesehen hat, wie genau er lebte und wie viel er gesammelt hat.
(Beitrag von Eva Mayer)
Zwangsarbeit – Brutalität, Missbrauch und der Kampf ums nackte Überleben
In diesem Workshop besuchten wir das Museum für Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar.
Als wir die Ausstellung besuchten, konnte man tief in den erschreckend schmerz- und angsterfüllten Alltag der Zwangsarbeiter reinblicken. Oft zeugten Bilder sowie Zeitzeugenberichte von viel Brutalität und Propaganda.
Während dieser Besichtigung sollten wir uns in Gruppen verschiedene Personen und ihre Verbindungen zur Zwangsarbeit näher anschauen. Es war alles von Deportation über Razzien bis “Freiwilligenmeldung” dabei.
Nach der Mittagspause machten wir einen Rundgang durch die Innenstadt. Dabei wurden uns historisch wichtige Orte wie das Hotel Elephant und eine ehemalige Gestapo-Station gezeigt.
Am Ende der Führung diskutierten wir noch über die Entschädigungsmöglichkeiten von ehemaligen Zwangsarbeitern.
(Beitrag von Michelle Hampel)
Die Naturlyrik – Park, Dichten und das Schillerhaus

Die letzte Gruppe nahm an einem Workshop zum Thema Naturlyrik teil. Dabei haben wir zuerst einen Rundgang durch den Park an der Ilm durchgeführt, wobei viele Eindrücke und Inspirationen gesammelt wurden.
Auch das Gartenhaus von Goethe haben wir im Park besichtigt. Nach einer Pause haben wir uns selbst an das Kreieren lyrischer Texte gesetzt: Manche schrieben ein Gedicht ganz aus Onomatopoesie, andere eins über die
Natureindrücke aus dem Park.
Anschließend begab sich unsere Gruppe in das Wohnhaus von Friedrich Schiller, in welchem bei einer Führung Originalmöbel
und Privateigentum aus Schillers Leben präsentiert wurden.
Der krönende Abschluss war unser Besuch der interaktiven Faust-Sonderausstellung, nach wessen Besuch wir uns mit neuem Wissen und ausgelebter Kreativität auf den Weg zum Hostel begaben.
(Beitrag von Hannah Hammer-Dietzschkau)
Die Gedenkstätte Buchenwald
Zuerst wurde uns ein Tourguide zugeteilt, der uns einen großen Teil des historischen Hintergrunds erklärte, über den wir während des Besuchs noch mehr erfahren würden. Wir sprachen über verschiedene Themen im Zusammenhang mit dem Holocaust.
Zuerst machten wir an den Überresten eines ehemaligen privaten Zoos Halt, der zur Unterhaltung der SS und ihrer Familien genutzt wurde. Danach gingen wir weiter und sahen ein Modell, das darstellte, wie das Lager aufgebaut war. Uns wurde gezeigt, wo sich die Fabriken, die Kontrollstellen und andere Gebäude befanden.
Gemeinsam kamen wir zu einem Denkmal, an dem wir eine Schweigeminute zum Gedenken an die Menschen einlegten, die im Lager starben oder ermordet wurden.
Danach besuchten wir die ehemalige Verbrennungsanlage und die Leichenhalle. Dort konnten wir die Öfen sehen, die benutzt wurden, um die Körper der Gefangenen einzuäschern, die im Lager gestorben oder ermordet worden waren.
Lagertor Gedenkstätte Buchenwald 09.09.26Später gingen wir in den Bereich des ehemaligen Pferdestalls. Hier befand sich eine Hinrichtungsstätte, an der sowjetische Kriegsgefangene ermordet wurden. An diesem Punkt endete die Führung.
Anschließend besuchten wir zwei Gebäude, die als Museen genutzt werden. Im ersten Museum sahen wir hauptsächlich Kunstwerke, aber auch Comics, die mit der Geschichte des Lagers verbunden sind.
Im zweiten Museum sahen wir hauptsächlich persönliche Gegenstände der Gefangenen und Soldaten, zum Beispiel Uniformen, Dokumente und viele weitere Gegenstände. Nach den beiden erlebnisreichen Tagen begaben wir uns auf den Heimweg.