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Kleine ganz groß

Grundschultag im Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium


Es war wieder soweit: Grundschultag - Das Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium öffnete zum sechsten Mal seine Tore für 216 kleine und wettbewerbsbegeisterte Grundschüler aus Dresden und Umgebung. Wir Schüler freuen uns immer sehr, nicht nur weil wir später anfangen und früher aufhören, sondern weil es mal ein ganz anderer Schultag ist. Aber was ist der eigentliche Grund für diesen Tag?

Vor sechs Jahren sahen die Bewerberzahlen an unserer Schule schlecht aus. Dagegen musste etwas getan werden. So entwickelten Herr Geißler, Herr Goldberg und Herr Wieczoreck das Konzept des Grundschultages: Viele Teams, jeweils bestehend aus 4 Viertklässlern einer Grundschule, treten in einem Stationswettbewerb gegeneinander an. An den Stationen lösen sie Aufgaben, die jedes Jahr (fast) gleich sind, und bekommen dafür Punkte. Die insgesamt 16 Stationen werden von Schülern und Lehrern unserer Schule betreut. Preise für die besten drei Teams gibt es natürlich auch!
Mit diesem Wettbewerb soll die MANOS bekannter gemacht werden, auch im weiteren Umkreis, wie Freital und Moritzburg. Durch die verschickten Einladungen erfahren die Schulleitungen der Grundschulen, dass es ein Gymnasium mit mathematischen-naturwissenschaftlichen Profil in Dresden gibt und können es ihren Schüler empfehlen. Auch wird den Grundschülern ein Einblick in unserer Schule ermöglicht.
Letztes Jahr nahmen 43 Teams, also rund 170 Schüler, teil. Davon haben sich knapp 40 Schüler an unserer Schule beworben. Ob der Grund für die Anmeldung der Grundschultag war oder ein anderer weiß man nicht, da bis jetzt noch keine Umfrage dazu durchgeführt wurde. Aber auf jeden Fall ist er ein Bestandteil der Werbung neuer Schüler. Zwar ist es eine clevere Marketingstrategie, doch steckt noch weit mehr dahinter. Dieser Wettbewerb füllt nämlich auch eine "Marktlücke" in Dresden, denn es gibt keinen Stationswettbewerb oder etwas Vergleichbares für Grundschulen. So werden die Schüler schon früh an Wettbewerbe gewöhnt.
Dieses Jahr war die Teilnehmerzahl höher als je zuvor. Das liegt zum einen daran, dass die insgesamt 97 Einladungen an die Grund-schulen schon sehr frühzeitig verschickt wurden und wahrscheinlich auch am neuen Schulhaus. Welche Gründe es auch immer gab, wir haben uns über die rege Teilnahme gefreut und hoffen auf zahlreiche neue Mitschüler im kommenden Schuljahr.

Allgemeine Eindrücke

Um die gesamte Stimmung einzufangen, ist es natürlich am Besten, wenn alle Beteiligten befragt werden. So haben zwar die Grundschüler die Aufgaben gelöst und unsere Lehrer sie erstellt doch dürfen wir die Grundschullehrer und Eltern nicht vergessen, die ihre Schüler bzw. Kinder begleitet und unterstützt haben.
Organisiert wurde das folgendermaßen: Damit die Begleitpersonen nicht die ganze Zeit bei ihren Kindern sein und von Station zu Station wandern mussten, sondern einige ruhige und geordnete Stunden bei uns verbringen konnten, wurde vereinbart, die zukünftigen Gymnasiasten von alteingesessenen Manos-Schülern herumführen zu lassen (wie beschrieben). So hatten sie die Möglichkeit, an einer Schulführung mit Herrn Geyer teilzunehmen und dann das kurzfristig zur Cafeteria umfunktionierte Lehrerzimmer zu besuchen. Von dieser Idee waren die Lehrer und Eltern begeistert. Das Gebäude ist, ich zitiere gleich mehrere Begleitpersonen, "schön, modern…. und groß". Im Cafe kann man sich außerdem gut mit anderen Kollegen unterhalten, die man sonst nicht sieht, versicherten mir zwei junge, gesprächige Lehrerinnen.
Dass alle Kinder ihre persönlichen Guides hatten, wurde überaus positiv aufgenommen. Eine Mutti, deren Tochter auf die 76.GS geht, meinte, dass dadurch zum einen die Kleinen sehen würden, wie sich die Großen so "abgeben", zum anderen würden die Großen Verantwortung übernehmen. Eine andere Mutti - und Eltern müssen es ja wissen - von der 85.GS ist auch davon überzeugt, dass das Vertrauensverhältnis von Schüler zu Schüler besser ist, denn Erwachsene bevormunden eher (und Schülern glauben die Grundschüler mehr, wenn sie ihnen etwas sagen). Trotzdem haben die Kinder Respekt vor den Guides - vor älteren Schülern also.
Die meisten Grundschullehrer - wenn es Eltern waren dann sowieso - besuchten die Manos zum ersten Mal. Deswegen wussten sie auch nichts vom Grundschultag, außer dem, was man ihnen erzählte. D.h. es werde einen Wettbewerb bzw. einen "allgemeinen Test", also "nicht nur Mathe" geben, bei welchem die Schülermannschaften gegeneinander antreten und "an das Thema Manos herangebracht werden", so eine Lehrerin der 32.GS oder als "Mathematik-Interessierte" in das Gymnasium "reinschnuppern und sich orientieren", so die Lehrerin der 61.GS. Diese war übrigens schon letztes Jahr beim Grundschultag, als sie noch an der 52.GS unterrichtet hat - und ist wiedergekommen. Das freut uns natürlich!
Wenn ein Programm für so viele Leute gelingen soll, muss natürlich die Organisation funktionieren. Doch auch da scheint alles geklappt zu haben, denn zwei nette Frauen erzählten Kaffee trinkend, dass die Planung gut sei und "vor allem auch Kleinigkeiten" laufen, was "sehr schön" sei. Einziger Abstrich - "Der Zeitplan wurde nicht immer ganz eingehalten", meinte ein Vater von der Lessing-Grundschule, "aber das ist ja verständlich". Eben. (Bei 15-Minuten-Takt und einer Horde Kinder.) Was noch besser gemacht werden könnte? Man könne den Tag "in die warme Jahreszeit legen", da müsse "man nicht so viele Sachen tragen" und es wäre "nicht so kalt." (Stimmt)
Das Wichtigste ist, dass es den Kindern Spaß gemacht hat und das konnten mir alle Begleitpersonen bestätigen, die zwischendurch ihre Schüler getroffen haben. Der Rest konnte es sich vorstellen, und auf jeden Fall wird der Tag für die Kinder nützlich sein.
Die Frage, ob ihre Kinder denn einmal auf die Manos kommen werden, wurde zwar immer positiv beantwortet, "die Schüler würden gern", aber "der Weg ist zu weit". Diese Grundschüler kommen aus Klotzsche, Rochwitz oder Freital. Also doch wieder mehrere Gebäude? Ganz bestimmt kann man sagen, dass alle Lehrer sowie Eltern die Idee eines Grundschultages unterstützen und sehr interessiert waren, denn teilweise wurde ich - der Interviewer - mehr zum Befragten in Bezug auf Schulklima, Unterricht und vieles mehr. Das wichtigste Thema dabei war: "Stimmt das mit dem Mädchenanteil hier?"
Wir Mädchen sind vielleicht noch in der Unterzahl, aber ein gelungener Tag wie der 18.11. hat möglicherweise für Verstärkung im nächsten Jahr gesorgt.

Stimmen aus den eigenen Reihen

Doch nicht nur die Schüler waren beeindruckt vom Grundschultag, auch die Lehrer empfanden diesen als sehr gelungen. "Es wird von Jahr zu Jahr besser - Frau Nagel"
Die Lehrer waren zwar nicht ganz so aufgeregt wie die kleinen Viertklässler, doch auch ihnen sah man an, dass sie gespannt darauf waren, ob der Tag gut bei den Grundschülern ankommt. Vor allem der Organisator Herr Dr. Wieczoreck tigerte nervös durch das Schulhaus. Man kann sich ja vorher nie sicher sein, ob die Aufgaben nicht doch zu schwer sind, und nichts ist schlimmer als enttäuschte Gesichter, weil eine Lösung unmöglich scheint. So wie es auch den Kleinen Spaß gemacht hat, gefiel es auch den Großen, die ihnen halfen, den Schülern und den Lehrern, die zwar meinten, dass sie sich durchaus andere Möglichkeiten des Zeitvertreibes an ihrem Geburtstag (an dieser Stelle noch mal alles Gute, Herr Teresiak) hätten vorstellen können, doch eine Stationsbetreuung gerne nächstes Jahr wieder durchführen möchten. Interessant ist auch zu wissen, dass nicht jeder Lehrer als Grundschüler seine Station am meisten gemocht hätte, so erzählte zum Beispiel Frau Nagel, dass nicht nur Mathe ihr Lieblingsfach war, sondern auch Musik "das eine habe ich nun zum Beruf, das andere zum Hobby gemacht." Es ist sehr schön, dass der Grundschultag allen gefallen hat, an einer Schule, die sich mit den fünf von Herrn Firchau gewählten Worten MANOS, "herausfordernd, neu, Tradition und Schüler" gut beschreiben lässt.

Die kleinen Helden

Natürlich dürfen wir auch nicht die kleinsten Helden dieses Tages vergessen, ohne die der Grundschultag sinnlos wäre, die Viertklässler.

Unsere Umfrage ergab, dass sich alle der Befragten Grundschüler auf den Tag gefreut hatten. Sätze wie "Ich war ein bisschen aufgeregt, hab' mich aber auch gefreut." waren da keine Seltenheit. Manche waren allerdings einfach nur "durcheinander". Die Anspannung war also voll da und dann auch noch Aufgaben lösen? Jedoch stuften die meisten der teilnehmenden Jungen und Mädchen die Schwierigkeit der zu lösenden Aufgaben als "mittel" ein, d.h. nicht zu leicht und nicht zu schwer, angemessen eben. Außerdem brachte das Schulhaus, das fast alle als "sehr schön" empfanden, etwas Entschädigung. Hinzu kam noch, dass die Lehrer so lieb und nett waren, was die Kleinen sehr betonten. Von ihren Betreuern waren die Viertklässler auch sehr angetan. Die Frage: "Wie findest du die Schüler hier, z.B. deine Betreuer?" wurden oft folgendermaßen beantwortet: "Nett, dass sie uns betreuen, nicht, dass das dann die Lehrer auch noch machen müssen." oder "Nett, weil die uns Dinge erklären und wir es dann gut verstehen." Bei der Frage nach der Lieblingsstation waren sich die Kleinen allerdings nicht so einig. Letztendlich schnitt die Sportstation am Besten ab, dicht gefolgt von der Chemiestation, dem "Physikalischem Puzzle" und den "Kleinen Experimenten", die sich ungefähr gleicher Beliebtheit erfreuten.

Gewonnen hat…

Nach all den Anstrengungen beim Lösen der Aufgaben, den vielen neuen Gesichtern, kleinen Pausen und Befragungen gab es nur noch eins, das die Grundschüler interessierte - die Siegerehrung.
Allerdings mussten sie sich noch ein wenig gedulden, da Schüler der 5. Klassen unserer Schule ein musikalisches Programm vorbereitet hatten, um die Zeit, die zum Auswerten gebraucht wurde, unterhaltsam zu überbrücken. Gelauscht wurde einem Chor, der z. B ein schönes Mitmachlied und das "Raphuhn" vortrug, und verschiedenen Instrumentalisten. Ungeduld machte sich in den Reihen bemerkbar.
Dann war es endlich soweit! Die Siegerehrung begann. Der 1.Platz ging an die 84. Grundschule mit 70 von 80 Punkten, der 2.Platz an die 33. Grundschule mit 69,5 Punkten. Es war also sehr, sehr knapp, was die Zweitplazierten natürlich ziemlich ärgerte, das Siegesgefühl der 84. Grundschule allerdings noch unterstrich. Der 3. Platz wurde zweimal vergeben: einmal an die Grundschule Poisental sowie an die 59. Grundschule mit 66 von 80 Punkten. Am Ende wurde noch ein Foto von den Siegern und Herr Asper, dem Schulleiter, gemacht. Damit ging dieser aufregende Tag am Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium zu Ende.

Bilanz

Doch hat der Grundschultag denn nun wirklich etwas gebracht? Obwohl nur 24% der Befragten Viertklässler die 5. Klasse am Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium beginnen wollen, war der Grundschultag auf jeden Fall ein großer Erfolg für Groß und Klein. Vielleicht waren die neuen Gesichter der MANOS einfach unter den Nichtbefragten vertreten, schließlich füllten und belebten 216 Viertklässler unsere Etagen und Klassenzimmer. 24% von dieser Gesamtsumme lassen doch für das nächste Jahr hoffen.

Josefine Saalmann, Anna Pfitzmann, Morenike Hessou, Paula Neuber